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GTA-6-Karte: YANIS, Rockstars Poster und die interaktive Leonida-Karte

YANIS V16, Rockstars Leonida-Poster und State of Leonida im Vergleich: Herkunft, Straßen, Markierungen, Versionen und Grenzen der Genauigkeit.

Fankarte von Leonida nach YANIS V16

Eine detaillierte GTA-6-Karte, die sich vor dem Erscheinen ansehen lässt, existiert als Fanrekonstruktion von YANIS. Auch Rockstar hat eine Karte: Das Unternehmen zeigte ein Souvenirposter mit Leonida. Auf dem Werbefoto ist aber nur ein Teil der Rückseite sichtbar. Die gesamte Spielwelt lässt sich daraus nicht rekonstruieren.

Wir betrachten beide Bilder und die interaktive Karte State of Leonida: ihre Urheber, die Herkunft von Straßen und Gebäuden, Genauigkeitshinweise und die Grenze geprüfter Angaben. Die Methode erläutert Kartograf Robert, bekannt als lxr, im PC-Gamer-Interview. Quellenstand und Bedienoberfläche des ursprünglichen Artikels wurden am 13. Oktober 2026 geprüft.

Wie YANIS’ Leonida-Karte aussieht

Leonida ist der fiktive US-Bundesstaat, in dem GTA VI spielt. Vice City nimmt nur einen Teil davon ein. Rockstars Website stellt daneben Leonida Keys, Grassrivers, Port Gellhorn, Ambrosia und Mount Kalaga vor. Das sind Ortsnamen aus dem Leonida-Bereich, keine belegten sechs Verwaltungsbezirke. Die Unterschiede erklärt unser Artikel über Leonidas Regionen.

YANIS verbindet diese Orte zu einer angenommenen Gesamtgeografie. In V16 liegt Vice City im Osten, die Leonida-Keys-Inselkette zieht sich nach Süden, Grassrivers liegt darüber und Mount Kalaga im Norden. Port Gellhorn befindet sich westlich von Vice City, Ambrosia näher am Norden. Das sind Positionen der Rekonstruktion, keine von Rockstar veröffentlichten Koordinaten.

Leonida-Fankarte YANIS V16, kartografischer Teil ohne Screenshot-Collage

Drei Angaben sind wichtig: Urheber YANIS, Version V16 und WIP. Letzteres bedeutet, dass die Arbeit fortgesetzt wird. State of Leonida datiert diese Ebene auf den 20. September 2026. Steht neben einem ähnlichen Bild V15 oder ein anderer Urheber, ist es eine andere Kartenfassung.

Die Rekonstruktion besitzt beobachtbare Anhaltspunkte, die der Autor verbindet. Ein freier Fanentwurf könnte einfach eine Wunschkarte zeigen. Die Bezeichnung „Leak“ behauptet dagegen eine andere Herkunft, die gesondert geprüft werden muss. Das Aussehen eines Bildes bestimmt diese Kategorien nicht. Entscheidend sind Veröffentlichung und Grundlage.

Die Originaldatei V16 ist 4200 mal 4000 Pixel groß und in den Quellen verlinkt. Kleine Namen lassen sich dort genauer ansehen. Das gespeicherte Bild eignet sich zur Gesamtübersicht: Es zeigt die Verknüpfung von Stadt, Sümpfen, Inseln und dem nördlichen Teil des Bundesstaats. Für ein einzelnes Gebäude helfen interaktive Marker samt Quellen mehr.

Offizielle GTA-6-Karte: Was Rockstar zeigte

Rockstar Store beschreibt die Vice City Collection und nennt ausdrücklich ein zweiseitiges Souvenirposter mit Leonida-Karte. Es ist ein offizieller Artikel. Die Sammlung wird aber getrennt vom Spiel verkauft. Eine enthaltene Karte bedeutet nicht, dass der Käufer GTA VI erhält.

Auf dem Werbefoto liegt die Vorderseite über einem Bild der Rückseite. Das Vice-City-Motiv verdeckt den größten Teil der Karte. Ein Abschnitt bleibt sichtbar, aber weder vollständiges Straßennetz noch Maßstab und Gesamtgebiet sind lesbar. Die offizielle Herkunft ist klar. Ob jede Kontur der Souvenirzeichnung mit der Spielgeografie übereinstimmt, wurde daran nicht geprüft.

Die Vorderseite des Rockstar-Souvenirposters verdeckt das Bild der Rückseite

Ein konkretes Beispiel zeigt Änderungen am Werbebild. Am 24. September 2026 veröffentlichte Saukko einen Vergleich von Shopfotos. Auf einem vergrößerten Ausschnitt des früheren Bildes stehen Sandbars und Crude Islands; im folgenden Bild fehlen sie. Auch auf dem beim ursprünglichen Check am 13. Oktober verfügbaren Foto waren die Namen nicht vorhanden.

Das zeigt veränderte Beschriftungen eines Produktbilds. Es erklärt weder den Grund noch beweist es, dass Rockstar Inseln aus dem Spiel entfernt hat. Geografische Schlüsse brauchen Angaben zu den Orten selbst, nicht nur verschiedene Werbefotos.

Wie Karten aus einzelnen Bildern entstehen

Ein Trailer zeigt eine Straße aus einem Winkel, ein Screenshot einen Nachbarblock, ein weiteres Bild eine Luftansicht. Kartografen verbinden die Fragmente anhand gemeinsamer Orientierungspunkte. Daraus entstehen Straßen auf der Zeichnung. Fehlende Abschnitte werden durch Annahmen ergänzt.

Im PC-Gamer-Interview vom 23. August 2025 erklärte Robert, alias lxr und Mitglied des Landmarks-Map-Projekts, den Ablauf. Das Team beginnt mit bekannten Kamerapositionen aus Leak-Material, setzt sichtbare Gebäude ein und bestimmt anhand gemeinsamer Objekte Kamerapositionen aus Trailern und Screenshots. Die Schwäche ist ebenfalls nachvollziehbar: Ein kleiner Fehler bei einem Bezugspunkt verändert spätere Platzierungen.

Die Suche nach realen Vorbildern hilft nicht immer. lxr erzählte, das Team habe ein Gebäude wochenlang in Panama City gesucht und nicht gefunden. Später fand ein anderes Mitglied es im Süden Miamis. Florida-Ähnlichkeit verrät nicht automatisch, in welcher Stadt zu suchen ist oder wohin ein Fund auf der Spielkarte gehört.

Zur Positionsprüfung dienen auch 3D-Modelle. RickRick beschreibt sein Projekt als Rekonstruktion: Er importiert Gebäude aus Google Earth, platziert sie und richtet Kameras aus. Das erlaubt Perspektivvergleiche, die Genauigkeit hängt aber von Position, Drehung und Blickwinkel der Kamera ab. Es ist ein selbst gebautes Modell, keine aus dem Spiel extrahierte Karte.

Qualität ergibt sich daher aus der Belegkette. Mehrere erkennbare Objekte in passenden Blickwinkeln liefern mehr als ein ähnlich aussehendes Dach. Auch ein detailliertes Modell enthält Fehler und Vermutungen, vor allem bei wenig Bildmaterial.

Farben und leere Bereiche richtig lesen

YANIS V16 enthält den Legendenblock FEATURES. Die Farben reichen von Elementen, die der Autor für bestätigt hält, bis zu stark spekulativen. TERRAIN bezeichnet Geländearten. Eine rote Schraffur zeigt einen hohen Anteil an Annahmen. Straßen- und Landschaftsfarben müssen jeweils nach ihrer eigenen Legende gelesen werden.

FEATURES-Legende von YANIS V16 mit der Sicherheitseinstufung des Kartenautors

TERRAIN-Legende von YANIS V16 mit Farben der Geländearten

„Bestätigt“ bezeichnet hier das Urteil des Kartenautors. Ein Objekt kann etwa aus mehreren Bildern überzeugend verortet sein, obwohl Rockstar keine Koordinaten nennt. Das stützt die Rekonstruktion, macht sie aber nicht zur offiziellen Aussage.

Auch leere oder vereinfachte Bereiche verlangen Vorsicht. Sie können fehlende Daten widerspiegeln, nicht einen leeren Spielort. Umgekehrt sagt eine dichte Markergruppe nicht, wie viele Gebäude zugänglich sind. Ein Marker erfasst ein Objekt oder seine angenommene Position. Begehbare Innenräume brauchen eigene Bestätigung.

Praktisch geht man so vor: gewünschten Bereich finden, Zeichen in der Legende dieser Version prüfen und anschließend nach einer konkreten Objektquelle suchen. Fehlt sie, ersetzt Zeichnungsdetail keinen Beleg.

Interaktive GTA-6-Karte: Marker und Versionen

State of Leonida läuft im Browser und bietet Fankarten mit Markern. Der Link steht in den Quellen. Bei der ursprünglichen Prüfung waren Landmarks, Leaks, Trailer und Screenshots, eine Objektliste sowie Versionswechsel sichtbar. Das sind Datenkategorien des Dienstes, keine Bereiche einer offiziellen Rockstar-Karte.

Ein überprüftes Suchbeispiel:

  1. Marker List öffnen.
  2. Ocean View ins Suchfeld eingeben. Die ursprüngliche Prüfung ergab einen Eintrag mit der Nummer L36.
  3. Eintrag aufklappen und Zur Position auswählen. Die Infokarte zu Ocean View Hotel öffnet sich, und die Adresse enthält marker=L36.
  4. Quelle und Bilder prüfen. Die Infokarte verlinkt GTADB, dessen Community-Marker State of Leonida nutzt, und bietet getrennt ein Spielbild und ein Foto des realen Vorbilds.

Das Spielbild zeigt ein Ocean-View-Hotel-Schild. Als reales Gegenstück nennt die Infokarte Clevelander South Beach. Damit wird die Grundlage des Markers verständlich. Vorbilddaten und Zahlenkoordinaten bleiben Community-Angaben: Sie bestimmen weder eine offizielle GTA-VI-Adresse noch die Zugänglichkeit des Hotels.

Versionen lassen sich mit dem Schieberegler der gewählten Karte vergleichen. In der YANIS-Ebene wechselte die ursprüngliche Recherche zwischen V16 vom 20. September und V15 vom 23. August 2026. Zunächst sollte man Urheber und beide Daten notieren. Gleiche Versionsnummern verschiedener Autoren bedeuten keine identischen Karten.

Versionsunterschiede können mit neuen Quellen zusammenhängen. GTADB-Autor rolux erklärte, V15 bewahre den Stand vor einem von der Community als August-Leak bezeichneten Material, während V16 neue Angaben berücksichtige. Das erklärt den Autorenansatz, bestätigt aber weder Rockstars Anerkennung des Leaks noch die Genauigkeit der gesamten Karte.

Was die Karten noch nicht bestimmen können

Zeichnungsdetail ergibt keine exakte Fläche der Spielwelt. Eine eigene Quadratkilometerberechnung braucht einen begründeten Maßstab. Koordinaten eines Fanmodells sind für sich genommen kein solcher Maßstab. Auch Bildgrößenvergleiche sind nutzlos: Dateimaße hängen von der Aufbereitung ab.

Rekonstruktionsgrenzen beweisen keinen zweiten Bundesstaat und bestimmen nicht, welche Objekte in der Release-Version bleiben. Fehlt ein Name auf der Karte oder auf dem sichtbaren Posterbereich, ist der Ort nicht automatisch aus dem Spiel ausgeschlossen. Bildart, Version und genutzte Informationen sind entscheidend.

Für den Vergleich mit dem früheren Spiel braucht es einen eigenen Blick auf das moderne Vice City. Der wiederkehrende Name macht die alte Karte nicht zum genauen Plan der neuen Stadt. Das zuvor veröffentlichte frühe Modell ist gesondertes Archivmaterial, kein Ersatz für die aktuelle YANIS-Rekonstruktion.

V16 bietet zur Orientierung in Leonida einen räumlichen Überblick. Ein konkreter Ort lässt sich besser vom Marker zum Ausgangsbild prüfen. Das offizielle Poster beantwortet dagegen, welches Kartensouvenir Rockstar anbietet. Mit diesen Unterschieden lässt sich viel erfahren, ohne dem Material die Präzision einer fertigen Spielkarte zuzuschreiben.

Quellen

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